Dabernig

Josef Dabernig

Mit Filmtraktaten über Abwesenheit und Präsenz hat Josef Dabernig als Filmautor und bildender Künstler reüssiert. In Rosa Coeli verschränken sich unterschiedliche Bewegungsmotive zu Handlungskonglomeraten: Ein Strang zeigt Szenen der Bahnreise eines der Protagonisten zu einem Hotel in einem Industriedorf in den Bergen. Der Ort ist unschwer als einer mit realsozialistischer Vergangenheit
zu lokalisieren. Diese publikums- und medienleere Kulisse des heruntergekommenen ostmodernistischen Hotels, in dem der Protagonist sich mit zwei anderen – wie er körperbehinderten – Männern trifft, um schweigend an einem für die Zeremonie dekorierten Tisch ein Papier zu unterzeichnen, ist der zweite Hauptdarsteller in Rosa Coeli. In einer rhythmischen Szenenfolge entwickeln sich
der Akt der Unterzeichnung und die Designgeschichte des Hotels: Mit entschlossener Gelassenheit und unirritierbar mechanischer Routine spielen Dabernigs Laiendarsteller diesen doppelten Plot, der auf nichts hinausläuft als auf ihre nahezu unheimliche Präsenz.