Gorgona

Gorgona

Neben ihrem individuellen künstlerischen Schaffen betrieben die Mitglieder der Gorgona-Gruppe eine Galerie in Zagreb und gaben das Antimagazin Gorgona heraus. Im Zentrum ihres Interesses standen Existenzialismus, Neodada, Reduktionismus und Zenphilosophie. Damit überschritten sie die traditionellen Grenzen der lokalen Kunstauffassung ihrer Zeit. Gorgona ist jeweils dem Werk eines Künstlers gewidmet und funktioniert selbst als künstlerisches Medium. Josip Vaništa etwa wiederholt dasselbe Foto eines leeren Schaufensters und ironisiert mit Leere und Monotonie die Erwartungshaltung des Lesers (Ausgabe 1, 1961). Auf einer ganzen Seite druckt er eine Reproduktion der Mona Lisa ab (Ausgabe 6, 1961) und stellt damit die Frage nach der Authentizität des Kunstwerks im Zusammenhang mit seiner technischen Reproduktion. Zwischen 1961 und 1966 werden in Zagreb elf Ausgaben produziert; beteiligt sind neben Vaništa Künstler wie Julije Knifer, Marijan Jevšovar, Victor Vasarely, Ivan Kožarić, Miljenko Horvat, Harold Pinter oder Dieter Roth.