Zobernig
Heimo ZobernigZobernig unterzieht die Behauptungen und Ansprüche der Abstraktion des 20. Jahrhunderts einer kritischen Befragung und stellt dabei auch die Frage nach den Definitionskriterien von Kunst. Mit seiner Bodenplatte und seinem Winkel
aus Pressspan greift er die Gestaltungsprinzipien der Minimal Art auf und untergräbt deren Postulat, abstrakte Formen könnten frei von Konnotationen rein als ästhetische Phänomene erfahren werden. So wählt er bereits ein Material, das mit Assoziationen an Möbel- und Requisitenbau belegt ist. Diesem verpasst er dann teilweise eine grobe Bemalung, die weniger Ausdruck künstlerischen Wollens als Resultat eines Anstreichgestus ist, womit er die Frage aufwirft, wie denn tatsächlich der genaue Unterschied zwischen den beiden zu definieren wäre. Zudem spielen diese Skulpturen mit der möglichen Lesbarkeit als funktionale Elemente wie Sockel oder Säulen, die nicht zuletzt als Präsentationsbehelfe oder Architekturteile sehr oft die Zuschreibung des Status „Kunst“ an ein Objekt unterstreichen. |
