Heinz Gappmayr zählt zu jenen Künstler-Theoretikern, die sich seit den Sechzigerjahren in ihren Texten und künstlerischen Arbeiten mit den Zusammenhängen zwischen visueller und sprachlicher Bedeutungsproduktion befassen. Seine Arbeiten zielen darauf ab, Worte, Begriffe und Sätze so auf Papier, Leinwand und Wandflächen zu setzen, dass ihre Bedeutung auch in ihrer kompositionelle Anordnung zum Ausdruck kommt. Bei Gappmayr werden vor allem Worte des Seins, des Werdens und Vergehens in dynamisierten Buchstaben- und Wortfolgen abgebildet. Ortsbestimmungen werden durch entsprechende Positionierungen
auf dem Bildfeld visualisiert, Geometrien ebenso wie Farben durch tautologische oder aber auch durch widersprüchliche Sprach- und Zeichenäquivalente dargestellt. Wenn sich etwa der Begriff „Zeit“ von Buchstabe zu Buchstabe ausdünnt, dann scheint sich das Vergehen und Verlöschen als Charakteristikum der Zeit in der Gestalt ihres Begriffes selbst abzubilden. Gappmayrs Arbeiten ließen sich auch als visuelle Fixierungen von Sprache umschreiben, die aber zugleich ihr Ephemeres, ihre semantische Dynamik zum Inhalt haben.
Heinz Gappmayr
* 1925 in Innsbruck, Österreich
Lebt und arbeitet in Innsbruck
Ausstellungen (Auswahl)
2005 Heinz Gappmayr zum 80. Geburtstag: Wandtexte, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck, A
2004 Visuelle Texte, Mies van der Rohe Haus, Berlin, D
2003 Galerie Widauer, Innsbruck, A
2000 Farben, Galerie im Taxispalais, Innsbruck, A
2000 Phototexte, Galerie Lindner, Wien, A
2000 Paintings + Art-in-Architecture, Galerie Dorothea van der Koelen, Mainz, D
1998 Die weisse Galerie, Köln (mit Fred Sandback), D
1997 Müksarnok Budapest [Kunsthalle Budapest], Budapest, H
1997 Kunsthalle Wien, A
1996 Janus Avivson Gallery, London, GB
1996 Heinz Gappmayr – Bildtexte, Galerie Eugen Lendl, Graz, A
Bibliografie (Auswahl
Peter Weiermair (Hg.), von für über Heinz Gappmayr. Verlag für moderne Kunst, Zirndorf, 1985.
Dorothea van der Koelen, Das Werk Heinz Gappmayrs. Lit Verlag, Münster, 1994. Ingrid Simon, Vom Aussehen der Gedanken. Heinz Gappmayr und die konzeptuelle Kunst. Ritter Verlag, Klagenfurt, 1995.
Opus 2, Werkverzeichnis1991-1996, Chorus Verlag, Mainz, München.1997
Text Farbe Raum, Folio Verlag, Wien, Bozen. 2000/2001
Siegfried J. Schmidt (Hg.), Zwischen Platon und Mondrian. Heinz Gappmayrs konzeptuelle Poetik. Ritter Verlag, Klagenfurt, 2005.
Opus 3, Werkverzeichnis 1997-2004, Chorus Verlag, Mainz, München.2005