IRWIN

IRWIN

Eines der aufmerksamkeitswirksamsten Projekte der Bewegung Neue Slowenische Kunst (NSK) in den postsozialistischen 1990er-Jahren war das vorwiegend von IRWIN durchgeführte State in Time Projekt. Wichtig ist hier erstens, dass der „NSK-Staat in der Zeit“ von der Abwesenheit jedweden physischen Territoriums ausging, und zweitens, dass er mit der Virtualisierung nationaler Elemente und ihrer Übertragung in eine rein zeitliche Form operierte, in der Ursache und Wirkung nicht räumlich, sondern über Information verknüpft waren. Das Projekt East Art Map ist eine rückblickende (Re-)Konstruktion der
osteuropäischen Kunst (1920–2001), ein radikaler Zugriff auf den allzu schnell
stattfindenden Prozess der Historisierung (wie des Vergessens) verschiedener Räume, Orte und Territorien der Welt; es macht sichtbar, was jahrzehntelang außerhalb des Blicks der westlichen Geschichte (das heißt jener der kapitalistischen
Ersten Welt) lag. Wichtig ist die East Art Map, weil sie eine Möglichkeit bietet, die (neue) Avantgardebewegung nicht bloß als den Raum (beunruhigender)
Andersheit zu sehen, sondern als den anderen, zweiten, dritten Raum.
 
 

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