Die Arbeiten Sanja Ivekovićs handeln von der Kritik an der Ideologie des Sichtbaren und fragen nach dem Verhältnis von Realität und Reproduktion.
Iveković nutzt das performative Potenzial der Massenmedien, der Magazine
und Tageszeitungen, der Werbung, der „öffentlichen“ und – ganz entscheidend – auch der „privaten“ Fotografie, um ihre eigene Person als strukturelle Bezugsfigur im weiten Feld der Repräsentation ins Spiel zu bringen. Es liegt in der Logik dieses künstlerischen Ansatzes, dass das symbolische, politische und soziale Feld, das Iveković uns vorführt, sich als geschlechtlich definiert und dass das Verhältnis zwischen „dem Mann“ und „der Frau“ sich als asymmetrisch erweist. The Black File (1975–1978) ist präsentiert wie eine Polizeiakte. Alltägliche Suchmeldungen einer Tageszeitung, die den Namen, ein Foto und eine Beschreibung eines vermissten Mädchens enthalten, werden konfrontiert mit erotischen Magazinporträts von sehr jungen Mädchen, wobei die Bildunterschriften lediglich einen weiblichen Vornamen und das Alter angeben.
Sanja Iveković
* 1949, Zagreb, Kroatien
Lebt und arbeitet in Zagreb
Ausstellungen (Auswahl)
2005 „Open Systems: Rethiking Art c.1970“, Tate Modern, London, GB
2005 „Die Regierung“ . Paradiesische Handlungsräume. Secession, Wien, A
2004 „Women's Room“, Palazzo Ferreri, Genova, I
2002 „Documenta11“, Kassel, D
2001 „Personal Cuts“, Galerie im Taxispalais, Innsbruck, A
2000 „S.O.S. Nada Dimić“, Galerija Karas, Zagreb, HR
2000 What, How and for Whom, HDLU, House of Croatian Visual Artists, Zagreb, HR
1999 „After The Wall“, Moderna Museet, Stockholm, S
1998 „Manifesta 2“, Luxembourg, FL
1987 „Documenta 8“, Kassel, D
1984 „Kunst mit Eigen-Sinn. Internationale Ausstellung aktueller Kunst von Frauen“, MMKSLW. Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, 20er Haus, A
1976 „Documents 1949 – 1976“, Galerija suvremene umjetnosti [Contemporary Art Gallery], Zagreb, HR
Bibliografie (Auswahl)
Sanja Iveković. Is this my True face, (ed. Tihomir Milovac), Muzej suvremene umjetnosti, Zagreb, 1998.
Sanja Iveković. Personal Cuts, Silvia Eiblmayr (ed.), Galerie im Taxispalais, Innsbruck, 2001.
Double Life, in Primary Documents, A Sourcebook for Eastern and Central European Art since the 1950s, MOMA, New York, 2002.
Sanja Iveković, Women's House 1998 – 2002, Tihomir Milovac (ed.), Muzej suvremene umjetnosti, Zagreb, 2002.
Ilić, Nataša: „Teaching private politics“, in Camera Austria, 90, 2005.