Knifer

Julije Knifer

In den Sechzigerjahren entdeckt Julije Knifer die repetitive Form des Mäanders als idealen Ausdruck einer minimalistisch-reduzierten Gestaltung.
Der Mäander erzeugt mithilfe von Schwarz-Weiß-Kontrasten und Vertikal-horizontal- Beziehungen einen monotonen Rhythmus, der für den Künstler zugleich der einfachste und ausdrucksstärkste war. Knifers Ziel ist eine „Antimalerei“, mit der er sich den gängigen Kriterien der Moderne widersetzt. Paradoxerweise werden seine Arbeiten verschiedene künstlerischen Perioden eingeschrieben: der geometrischen Abstraktion und dem
Neokonstruktivismus der Sechzigerjahre, der Antikunst der neoavantgardistischen
Gruppe Gorgona unter Betonung der Askese und seines Interesses am Absurden, genauso wie später dem Minimalismus und Konzeptualismus.
Tatsächlich ist Knifers obsessive Wiederholung und Variation eines einzigen Motivs über einen langen Zeitraum ein bewusst gewählter Sisyphusweg und – in den Worten des Künstlers – eine „Nichtentwicklung“. Er gehört damit zu jenen Künstlern wie Roman Opalka, On Kawara oder Hanne Darboven, die ihrem Werk ihr Verhältnis zur Zeit und zur Wiederholung einschreiben.