Koller

Július Koller

In Ablehnung eines modernistischen Pathos entwickelt Július Koller seit Mitte der Sechzigerjahre mit „Anti-Happenings“ und „Anti-Bildern“ ein von
spielerischer Ironie, universeller Aneignung und Skepsis geprägtes Werk.
Mittel seiner ästhetischen Operationen sind funktional oder emotional besetzte Objekte des Alltags, die er in neuer Funktion inszeniert: Kinderstempel
auf Papier, die auf den Denkraum des Anti-Happenings hinweisen, Einladungskarten, mit weißer Latexfarbe statt Ölfarbe gemalte Anti-Bilder, in denen das Fragezeichen in immer neuen Mutationen auftaucht, oder Textbilder auf textilem Grund. Koller verzichtet auf jede Form von technischer Meisterschaft, die Anti-Bilder haben einen amateurhaften Duktus. Seine stringente und obsessive Arbeit verfolgt die Möglichkeiten einer
radikalen Transformation der Werkidee weg vom Objekt hin zur Spur einer Handlung oder einer Handlungsanweisung. Sie ist der Versuch einer modernismus-
kritischen Neudefinition ästhetischer Erfahrung von Wirklichkeit.
 
 

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