Kovanda

Jiří Kovanda

Jiří Kovanda beginnt in den späten Siebzigerjahren mit minimalistischen
Aktionen und Aktionsinterventionen. Diese unterscheiden sich wesentlich von den früheren tschechischen Fluxus-Aktivitäten, die pädagogische und utopische Ziele verfolgt haben, als auch von den Zeitgenossen, deren Performances oft physische und existenzielle Grenzen ausloten. Kovandas künstlerische Gesten hingegen sind meist so subtil, dass sie oft nicht wahrgenommen werden. Einfache Aktionen wie das Fixieren des Blicks
von Personen auf einer Rolltreppe oder das absichtlich unabsichtliche Berühren
von Passanten auf der Straße stellen Versuche einer Kontaktaufnahme dar:
Kovandas minimalistische Aktionen sind ein stiller Appell; sie artikulieren ein Bedürfnis nach Kommunikation zur Aufrechterhaltung eines elementaren menschlichen Kontakts. Man kann dieser flüchtigen Intimität eine politische Dimension zusprechen, da sie sich gegen die gesellschaftliche Isolierung in einem totalitären Staat stellt. Tatsächlich steht die Arbeit in ästhetischer Distanz zur offiziellen,
institutionellen Kunst als auch zur Moralität der inoffiziellen Kunst und zu deren transzendentalen Ambitionen.
 
 

Other artworks

 
An Attempt at meeting a girl-Prague October 19 1977 -