Malich

Karel Malich

Karel Malichs Arbeiten wurden erst nach der Öffnung des Ostblocks für die Kunstgeschichte entdeckt. Sein Werk steht einerseits im Kontext des Konstruktivismus, andererseits ist Malich auch offen gegenüber einem spirituellen oder gar kosmologischen Gedankengut. Mehr als 200 Skizzen dokumentieren systematisch die Schaffensperiode von den Sechzigern bis in die Achtzigerjahre. Gleichzeitig beginnen zu jener Zeit Malichs Zeichnungen aus der Fläche herauszutreten und werden zu Plastiken, die im Raum schweben. Seine linearen Drahtskulpturen fühlen sich den Ideen der Kinetik, energetischen Flüssen und ihren Veränderungen verpflichtet. Der Hängende Korridor wurde auf der Grundlage
einer Zeichnung aus dem Jahr 1967 konstruiert. Er besteht aus einer schwarzen Kugel, einem linearen Element, einem offenen grauen Kreis und einem weißen Raumelement. Die Installation ist ein analytisches Experiment zur Idee von unsichtbaren
Energiefeldern: Die Plastik soll zu einem leitenden Feld werden, in dem
ohne unmittelbare symbolische Bedeutungsbefrachtung trotzdem eine kosmische Dimension aufzuscheinen vermag.
 
 

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