Gržinić/Šmid

Marina Gržinić/Aina Šmid

Die Filme von Gržinić und Šmid sind durch eine eklektische, diskursive,
distanzierte, von Faszination und Emotion befreite Filmkunst geprägt. Zitate mit unterschiedlichsten stilistischen Effekten treffen aufeinander: Referenzen auf das narrative Autorenkino (Hitchcock, Eisenstein, Godard, Brian De Palma), poetische oder theoretische Texte (Tschechow, Duras, Barthes, Žižek, Weibel, Gržinić) und Verweise auf Massenmedien – B-Filme, TV-Shows, Werbespots, politische Nachrichtensendungen. Hieraus entstehen konstruierte, bruchstückhafte seltsame
Fiktionen; die Bilder – lauter Stereotype, Maskeraden, Reminiszenzen – bedienen sich der Fiktion als einer ständig abgenommenen, wieder aufgesetzten und sich ununterbrochen verändernden Maske. Paradoxerweise entsteht mitten im Bruch jeglicher Kontinuität, mitten in der Zitatenflut und in der Verneinung jeder Identifikation eine dramatische Wirkung. Dieser bittere Scharfblick verleiht dem Werk von Gržinić und Šmid eine leidenschaftliche Spannung.