Weibel
Peter WeibelPeter Weibels interaktive Installation Das Recht mit Füßen treten von 1968 ist ein Beispiel konzeptueller, sprachreflexiver Kunst der Sechzigerjahre. Sprache wird dabei zu einem Medium der Reflexion über Kunst. Die Verbildlichung der Sprache unter aktiver Teilnahme des Betrachters behauptet sozialkritischen Anspruch; die politische Aussage der Arbeit ist in der politischen Agitation der Sechzigerjahre verankert. Der performative Charakter stellt sich gegen die Kategorien der traditionellen Kunstauffassung. Das Wort „Recht“ ist mit Kreide auf den Boden geschrieben, und in einer tautologischen Verdopplung tritt der Besucher „das Recht mit Füßen“, wenn er darübergeht. Der Gebrauch zerstört in der Folge die Gestaltung, denn die Buchstaben verschmieren sich und werden nur mehr
teilweise lesbar – werden gleichsam vom Text zum informellen Bild. In der Partizipation realisiert das Publikum die Redewendung und bildet gemeinsam mit der Gestaltung am Boden das Kunstwerk. |



