Roman Ondáks Brief an den slowakischen Kulturminister dient als charakteristisches Beispiel für analytisches, postkonzeptuelles Denken.
Die im Brief formulierte Frage spielt auf eine Reihe von Referenzen und kulturelle Lesarten an – der Balanceakt zwischen der künstlerischen Freiheit
und der Abhängigkeit des Künstlers von Institutionen (in der Slowakei gibt es bis heute kein Museum für zeitgenössische Kunst). Es ist eine Mitteilung auf der Ebene der Aktion, der Geste, die verunsichert und eine Erwartung aufbaut, die von dieser Information ausgelöst wird – ein Antibrief, ein Antiansuchen, ein
Antiereignis. Der Brief wurde im Jahre 2003 als Plakat auf der 50. Biennale in Venedig im Rahmen des Projekts Utopia Station präsentiert; sein Kontrapunkt war das Konzept einer Tafel – eines „Grundsteins“ des virtuellen Museums am Ende des Arsenale.
Roman Ondák
* 1966, Žilina, Slovakia
lives and works in Bratislava, Slovakia
Exhibitions (selection)
2006 Level 2 Gallery, Tate Modern, London, GB
2006 How to live together, XXVII Bienal of São Paulo, São Paulo; BR
2005 Galerie Martin Janda, Wien, A
2005 Universal Experience: Art, Life and the Tourist’s Eye, Museum of Contemporary Art, Chicago, USA
2004 Spirit and Opportunity, Kölnischer Kunstverein, Köln, D
2004 Time and Again, Stedelijk Museum, Amsterdam, NL
2003 Talker, gb agency, Paris, F
2002 I promise it’s political, Museum Ludwig, Köln, A
2001 Ausgeträumt …, Wiener Secession, Wien, A
2000 Manifesta 3, Moderna Galerija, Ljubljana, SLO
selected bibliography
Miyake, Akiko: Passage, artist’s book, CCA Kitakyushu, 2006.
Frangenberg, Frank; Obrist, Hans Ulrich; Schöllhammer, Georg; Zabel Igor, in: Roman Ondák, exhibition catalogue, Kölnischer Kunstverein, Köln: Walther König Verlag, 2005.
Verwoert, Jan: Taking a Line for a Walk, in: Frieze, No. 90/2005.
Morgan, Jessica: First Take, in: Artforum International, January, 2005.
Zabel, Igor: Roman Ondák, in: Cream 3, Phaidon Press 2003.