Šejla Kamerić gehört zu jener Generation von Sarajevoer Künstlern,
die während des Krieges unter einer dreieinhalbjährigen Belagerung und Beschießung der Stadt aufgewachsen sind und diese Erfahrungen künstlerisch
verhandeln. Dabei gibt es zwei wesentliche Aspekte: zum einen auf gemeinsamen Erfahrungen beruhende persönliche Ansichten über die Außenwelt, die in Bezug (oder Opposition) zu den aktuellen moralischen und soziopolitischen Themen
der Welt stehen. Zum anderen auf persönlicher Erfahrung beruhende Selbst-
reflexionen über existenzielle Werte: Als Überlebende der Belagerung ihrer Stadt erfuhr Kamerić die feine Grenze zwischen Leben und Tod. Für Kamerić ist Kunst kein Ziel, sondern ein Mittel der Selbstidentifikation. Von einem ihrer axiomatischen Werke, Bosnian Girl, sagt sie, es hänge zwar direkt mit der Tragödie von Srebrenica zusammen, aber es handle auch von Vorurteilen – denen anderer gegenüber uns wie auch unseren gegenüber anderen.
ŠEJLA KAMERIĆ
* 1976 Sarajevo, Bosnien und Herzegovina
Lebt und arbeitet in Sarajevo.
Ausstellungen (Auswahl)
2005 Another Expo - Beyond the Nation-States, Gallery SOAP, Kitakyushu, J, Gallery White Box, New York, USA
2005 Untitled, Gandy Gallery, Prague, CZ
2005 Closed, National Gallery of Bosnia and Herzegovina, Sarajevo, BH.
2005 Sweet Taboos / (Episode 5), 3. Tirana Biennale, Tirana, AL
2005 Guardami – Percezioni del video, Palazzo delle Papesse, Sienna I
2005 Andre/Others, Sørlandet Art Museum, Kristiansand, N
2005 The Giving Person, Palazzo Roccella, Napoli, I
2004 Others and Dreams, Portikus Frankfurt am Main, D
2003 Bosnian Girl, public project (posters, postcards, billboards, advertisements in magazines and newspapers)
Bibliografie (Auswahl)
ŠEJLA KAMERIĆ – BRATISLAVA, Catalogue; text by Michal Kolecek, (engl.); Gandy Gallery – Bratislava; 2005
OTHERS AND DREAMS, Artist's book; (engl.); Portikus Frankfurt am Main; 2004
Spike, 03-2005; “Šejla Kamerić Sarajevo. Mon amur” by Anselm Wagner
The Financial Times Magazine, special issue (March 27 2004, issue NO. 48)The New York Times, 27 July 2000; “A Roving Show Fixates on Europe’s Border Obsession” by Josephine Schmidh.