Kamerić

Šejla Kamerić

Šejla Kamerić gehört zu jener Generation von Sarajevoer Künstlern,
die während des Krieges unter einer dreieinhalbjährigen Belagerung und Beschießung der Stadt aufgewachsen sind und diese Erfahrungen künstlerisch
verhandeln. Dabei gibt es zwei wesentliche Aspekte: zum einen auf gemeinsamen Erfahrungen beruhende persönliche Ansichten über die Außenwelt, die in Bezug (oder Opposition) zu den aktuellen moralischen und soziopolitischen Themen
der Welt stehen. Zum anderen auf persönlicher Erfahrung beruhende Selbst-
reflexionen über existenzielle Werte: Als Überlebende der Belagerung ihrer Stadt erfuhr Kamerić die feine Grenze zwischen Leben und Tod. Für Kamerić ist Kunst kein Ziel, sondern ein Mittel der Selbstidentifikation. Von einem ihrer axiomatischen Werke, Bosnian Girl, sagt sie, es hänge zwar direkt mit der Tragödie von Srebrenica zusammen, aber es handle auch von Vorurteilen – denen anderer gegenüber uns wie auch unseren gegenüber anderen.