Hajas

Tibor Hajas

Tibor Hajas 1976 als 35-mm-Film. Zufällige Passanten bittet er, eine Minute in frei gewählter Pose in die Kamera zu blicken, sich als „Mannequins ihrer eigenen Schicksale“ darzustellen. Später wird der Film mit Ton unterlegt: Die „Protagonisten“ werden scheinbar von drei Sprechern instruiert, sich am besten darzustellen. Nach einer Weile beginnen die Kommentatoren Unzufriedenheit über die Selbstpräsentation der Aufgenommenen zu artikulieren. Der Ton verstummt, und
die „Aufzählung“ der beliebigen Menschenbilder erscheint vor einem unbewegten schwarzen Hintergrund. In einem zweiten Dialogteil weisen die Filmenden ihre Machtposition zurück. Der Film deutet damit dokumentarische Strategien der Bedeutungsbildung an, die er gleichzeitig hinterfragt. Das Objektivitätsbedürfnis des Dokumentarfilmes offenbart seine Fähigkeit zur Manipulation.